The Bullet Undertaker

Wilkommen auf unseren Seiten, für alle Freunde des gepflegten Auto Trial Sport.




Umbau und Reparatur 2014

Eigentlich begann diese Geschichte schon 2013. Und zwar recht früh, im Herbst, weil Stöpsel es einfach nicht abwarten konnte.

Kaum war das Säbelrasseln der Saison vorbei, war die lang ersehnte Bestellung der Differenzialsperre auf den Plan gerückt. So einfach ging es dann doch nicht, weil es allein für dieses Auto laut Lieferant drei Möglichkeiten gibt. Das Tellerrad der Differenzialsperre kann 10 oder 12 Bolzen haben. Bei 12 Bolzen geht dann noch eine Steckwelle mit 28 oder 31 Zähnen. Letztere aber eher unwahrscheinlich.

Der Auftrag hieß auseinanderbauen und ansehen.

An einem ruhigen Sonntag in Oktober ging es dann los. Wichtig war Bier und Grillzeug. Außerdem ist Ulfi wieder auf der Bildfläche erschienen und hat mit seinem unendlichen Knoff Hoff bei Seite gestanden.

Wie es aussieht sind alle Vorbereitungen getroffen worden, um den Tag gelingen zu lassen. Wichtigstes Werkzeug ist eine Kiste Motivation.

Die Familienfahrzeuge müssen in den nächsten Wochen wieder im Regen stehen, weil in der Garage ab diesem Zeitpunkt wichtigere Sachen geschehen.

Wir hatten uns den Ausbau des Differenzial's schwerer vorgestellt.

Die einfache Konstruktion der Achse ist uns sehr entgegen gekommen.

Sollte das Auto wieder auf die Straße, sollten folgende Arbeiten eher einer Fachwerkstatt überlassen werden. Unser Fahrzeug wird der TÜV nicht mehr zu sehen bekommen.

Diese Seiten sind also kein Bastelleitfaden für Hobbyschrauber !


Erst ging es durch den Flaschenzug wieder an den Haken. Diesmal aber nur als Sicherung. Schwergängige Schrauben sorgen für ordentlich Bewegung beim Lösen.

So war das Aufbocken alleine zu unsicher, um unter dem Auto zu liegen und mit schwerem Gerät und Verlängerungen verrostete Schrauben abzudrehen. Der Flaschenzug dient als Sicherungsnetz.



Anschließend sind Räder und Bremstrommel abgenommen worden. Räder sind zwingend, weil man sonst nicht an die Schrauben zum Lösen der Steckachsen kommt. Bremstrommel hingegen könnte man dran lassen. Wir haben uns dafür entschieden diese auch abzunehmen und konnten so die Handbremsseile aushängen, um etwas weniger Widerstand zu haben, wenn die Steckachsen raus gezogen werden.

Die Kardanwelle war nun zu lösen ( Bild rechts ). Diese haben wir nicht aus   dem Mitteldifferenzial gezogen, sondern haben sie nach oben gehangen ( Bild oben ).



Wir haben alle Muttern um die Glocke herum abgeschraubt und mit einigen Hammerschlägen und rütteln die Glocke von der Achse gelöst. Das Öl war wie neu. Es kam ja auch erst vorletztes Jahr hinein und die Kilometerleistung hält sich bei reinem Trialeinsatz in Grenzen. Das geht mit gutem Gewissen noch einmal rein.

Bremsleitungen ab und die jeweils vier Muttern auch zum Lösen des Rad- und Bremsträgers.

Das kann oder sollte vielleicht auch vor dem Lösen der Differenzialglocke passieren. Also wenn schon in dieser Reihenfolge, dann nicht versuchen die Glocke vor dem Rausziehen der Steckachsen zu entfernen. Da werdet ihr euch schwer tun und Schaden anrichten.



Nach dem Abschrauben der Muttern und Bremsleitungen können die Achsen abgezogen werden. Das braucht man nur soweit tun, bis sich die Differenzialglocke entnehmen lässt. Deshalb konnten wir die Handbremsseile dran lassen. Aushängen des Seilzuges hat gereicht.

Andere Seite gleichgetan.

Wir danken den Konstrukteuren von Mitsubishi für diese einfache Demontage.



Nun lässt sich das Differenzial entnehmen.

So erklärt sich warum das ohne Steckachsen ziehen nicht funzt.



Kurz vor Mittag und schon fertig. Jetzt haben wir alles zusammen, um eine Sperre für unser Differenzial zu bestellen. Es sind 28 Zähne auf der Steckachse und 12 Tellerradbolzen, hier nicht zu sehen. Das sind die Schrauben, mit denen das hier groß zu sehende Ritzel verschraubt ist.

Das war es mit der Demontage. Viel Motivation brauchten wir nicht.

Der Ausbau des Innenlebens im Differenzial und der Einbau der Sperre wird kniffliger.



Lange haben wir warten müssen. Nun ist unsere Differenzialsperre da. In echt und in Farbe liegen ARB Locker und Kompressor in der Garage.  Eines vorweg. Unsere Schilderungen auf diesen Seiten sollen keine 1 zu 1 Einbauanleitung abgeben. Wir zeigen hier wie wir das gemacht haben, ob richtig oder falsch !

Für den Wechsel der Innereien im Differenzial sollte man schon eine aufgeräumte, gut ausgerüstete Werkstatt nutzen können.

Wichtig ist eine gute Abziehvorrichtung, eine Presse zum Aufdrücken der Lager und Zollgewinde - Schneider, bzw. Bohrer.

Ohne dieses Equipment braucht man nicht zu beginnen.

   Von ARB liegt eine sehr umfangreiche Einbauanleitung vor. Alles was man braucht ist im Lieferumfang vorhanden, so dass es keine schlimmen Überraschungen geben sollte.

Das Linke soll in das Rechte !

Dafür muss das alte Differenzial ausgebaut werden.

Für den Einbau der neuen Komponenten braucht es einiges Zeug vom alten Differenzial.

Markierungen an beiden Lagersitzen und an allen Altteilen ermöglicht eine spätere Zuordnung zum vorgefundenen Einbauort. Lager haben sich eingelaufen und Lagersitze passen auch am besten in ihren ursprünglichen Einbauort.

Wir haben Körnerpunkte gesetzt, um die Zuordnung nicht durcheinander zu bringen.



Die Sicherungsbleche müssen entfernt werden. Dann kann man die Schrauben der Lagersitze lösen und die Einstellbuchsen und Lagerschalen abnehmen.

Das Differenzial ist nun gelöst.

Auf den Lagerzapfen befinden sich Kegellager.

Diese müssen mit Hilfe einer Abziehvorrichtung runter.



So sieht das Ergebnis aus.

Die Lager sollten überprüft werden.

Die Vorsichtigen von Euch sollten bei dieser Gelegenheit diese gleich gegen neue Lager tauschen.

Alle Teile sollten sauber, in der richtigen Reihenfolge, nach Lagerseite getrennt hingelegt werden.

So hat alles seine Ordnung zum Wiedereinbau.

Sollten Schrauben, welche nur zum einmaligen Einsatz gedacht, montiert gewesen sein ( siehe Betriebshandbuch oder Werkstattbuch des Fahrzeug 's )oder sollten sie Defekte aufweisen, sind die natürlich auszutauschen.



Um es leichter zu machen, muss das Differenzial in einen Schraubstock eingespannt werden, um alle, in diesem Fall zwölf, Tellerradbolzen abzuschrauben.

Das Ergebnis ist dann das.

Zum Lösen des Tellerrades haben wir drei Schrauben lose wieder eingedreht und vorsichtig mit einem Kupferhammer auf die Schrauben geschlagen.

So ist das Tellerrad Stück für Stück aus seiner Passung gekommen.




Aus der Einbauanleitung von ARB ist zu entnehmen, dass in Fahrzeugtypen mit Trommelbremse zu weilen Drucklager verbaut sind.

Das ist auch bei unserem Spielgerät so.

Dieses Drucklager, im Bild unten links, ist im alten Differenzial deutlich zu sehen, aber in der Sperre noch nicht verbaut.

Dazu muss der Differenzialkorb auseinander genommen werden.

Wenn der Flanschdeckel, nach Lösen von zwei kleinen Senkkopfschrauben entfernt wurde, kann das Drucklager mit viel Fett in den Korb gelegt werden.

Dann wieder zugeschraubt.

Natürlich ist auch dieses Lager im Lieferumfang von ARB.

Nun muss das Tellerrad an den Sperrdifferenzialkorb. Zum Vergleich Neu und Alt. Der neue Differenzialkorb hat einen längeren Lagerzapfen, weil dort noch der Dichtring für die Pressluft montiert wird.



Das Tellerrad wurde von uns vorsichtig, ohne Verkannten, mit drei Schrauben auf seinen Sitz gezogen.

Anschließend sind diese drei Schrauben wieder raus, dann alle mit Loctite wieder festgezogen worden.

Anzugsmomente sind dem Hand- oder Werkstattbuch zu entnehmen. Wir haben uns bei M8 Gewinde für gängige 75 Nm entschieden.

Die Lager müssen vor dem Aufsetzen erwärmt werden. Mit einer Presse haben wir diese dann auf die Lagersitze gepresst.

Das muss entsprechend schnell und flüssig gehen.


Das Ergebnis kann nun montiert werden.

Für den Pressluftzugang muss in das Differenzialgehäuse ein Loch gebohrt werden.

Der Einschraubstutzen hat Zollgewinde.

Er läuft etwas konisch und wird nach dem Gewindeschneiden mit Teflonband abgedichtet und von außen eingeschraubt.



Die Lagerschalen kommen nun wieder auf die Kegellager. Das Ganze wird in die Lagersitze gelegt. Die Einstellbuchsen, auf der Tellerradseite eine von ARB mitgelieferte, werden in das Gewinde gelegt.

Die Lagerdeckel werden wieder montiert, aber nicht festgeschraubt.

Die Einstellbuchsen werden so weit eingedreht, das noch etwas Spiel in den Zahnflanken besteht.

Mit einem Taster kann das Zahnflankenspiel entsprechend der Herstellerangaben eingestellt werden.

Durch Ein- oder Ausdrehen der gegenüberliegenden Einstellbuchsen kann diese Einstellung vorgenommen werden. Genaues steht noch in der Einbauanleitung von ARB.

Auf der Differenzialkorbseite kann nach dieser Prozedur das Sicherungsblech montiert werden.



Zum Schluss wird der Dichtring auf der Tellerradseite montiert.

Mit Schmierstoff wird der Ring inkl. zwei O - Ringen mit der Kupferleitung Richtung Freiraum ausgerichtet und aufgesetzt.

Eine Metallklammer sichert diesen Ring.

Die Kupferleitung muss nach Schema - ''Einbauanleitung'' gebogen und montiert werden.

Am Gehäusedurchlass muss die Leitung gekürzt werden.

Aufgepasst, kleine Späne oder Grate, welche sich evtl. später noch lösen können, verstopfen ganz schnell die dünnen Pressluftkanäle.

Wenn man hat sollte man einen kleinen Rohrschneider verwenden.

Dicht- und Halteschraube von außen drauf und fertig ist es bis dahin.

Das Sicherungsblech muss noch etwas nach ''Einbauanleitung ( ARB )'' modifiziert werden und wird dann auch montiert.



Das Ergebnis haben wir am Ende mit Pressluft auf Funktion überprüft.

Alles hat nach Wunsch funktioniert.

Nun bleibt abzuwarten, wie dieses Wunderwerk der Technik im Auto seinen Dienst verrichtet.

Nachdem ein Dichtmittel für Getriebe und Differenziale aufgetragen wurde, ist das Differenzial wieder an seinen Platz gekommen.



Kardanwelle wieder montiert. Pressluftleitung befestigen und mit Kabelbindern möglichst schnell nach oben geführt und in den Motorraum verlegt.

Den Kompressor haben wir im Motorraum untergebracht.

Der macht zu Weilen nämlich ganz schön Krach. Das muss man nicht im Innenraum haben. Den hört man auch noch beim Fahren von draußen.

Kabelbaum und Pressluftleitungen sauber verlegen. Das schafft bei Problemen Übersicht.

Wie erwartet war auch elektrisch alles im Lieferumfang vorhanden und gut beschrieben.



Schalter Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte sind den Schaltern für Kompressor und Sperre gewichen. Bei uns nicht so schlimm, weil unser Fahrzeug keinen TÜV mehr bekommen soll. Leider sind die Einbauschächte der Originalschalter etwas zu groß.

Da müssen wir noch eine Blende bauen, damit die neuen Schalter fest sitzen.

Den Einbauort an dieser Stelle finden wir den geeignetsten.

Spaß muss sein dachten wir uns.

Und da wir eine Vorliebe für alles was Krach macht haben, haben wir noch eine Tröte montiert, die einem die Mütze vom Kopf bläst.

Ein Anschluss am Kompressor war noch frei und als Starter in der Serie, können oder müssen wir auch auf eine vordere Sperre verzichten.


Wenn nun einer denkt, bei uns ist alles glatt gegangen, Irrtum.  

Bei den ersten Tests im Stand und vorher auf der Werkbank war alles noch ok. Leider ist es schon beim Ablassen des Fahrzeuges zu ersten Irritationen gekommen. Bei einem Verschränkungsversuch und bei Kurvenfahrten mit eingelegter Sperre wurde es noch schlimmer. Der Kompressor musste regelmäßig nachpumpen und aus der Sperre entwich Luft.

Ein erster Verdacht war eine zu geringe Lagervorspannung.

Mails schreiben, Foren lesen, Verstand einschalten, englisch sprachige Zeichnungen und Bauanleitungen von Differenzialen übersetzen.

Die Undichtigkeit ist nicht permanent, sondern nur in Lastreaktionen aufgetreten, in der das Differenzial entgegengesetzte Drehmomente der Steckachsen übertragen musste. Hinweisen auf eine Undichtigkeit in der Kupferleitung am Gehäusedurchlass gingen wir nach, aber der Druck pfiff definitiv im Inneren des Gehäuses ab.

Wenn dort eine Undichtigkeit vorhanden wäre, sollte durch diese auch permanent Druck verloren gehen und sie nicht warten bis Verschränkung oder Kurven auftreten. Also Differenzial wieder raus. Nun sind wir ja in Übung und dementsprechend schnell war das erledigt. Unser erster Verdacht bestätigte sich. Die Einstellbuchsen ließen sich noch mal ordentlich nachziehen. Wir haben natürlich auf der entgegengesetzten Seite des Tellerrades nachjustiert, um das Zahnflankenspiel nicht zu verändern. Der Dichtring ist mit einer Feder am Einstellring auf der Tellerradseite fixiert. Wenn im Differenzial Verwindungen entstehen, kippt anscheint das Differenzial und damit die Lauffläche für den Dichtring etwas ab und durch entstehende Spalte pfeift die Luft ab.

Nach erneuter Montage war nun  alles dicht.

Wir fahren dieses Jahr noch einmal ins Gelände zum testen.

In wie fern und ob die erhöhte Lagervorspannung die Lager des Differenzials bröseln lässt wird sich in Zukunft zeigen. Wir sind aber eigentlich guter Dinge.

Am 30.11.2013 sind wir noch einmal in Basdorf gewesen. Dort kann jedermann sein Auto frei bewegen. Zur Verfügung steht das Fahrgelände, wo sonst die Trial Veranstaltungen von der   Offroadsport - IG organisiert werden.

Veranstalter an jedem letzten Samstag im Monat sind die   Off Road Tiger.

Da es vorher geregnet hat, war das Gelände ordentlich matschig. Wir haben jede erdenkliche Situation provoziert und sind mit dem Ergebnis mehr als zu frieden. Nun haben wir ein wettbewerbsfähiges Auto. und keine Ausrede mehr wenn es nicht klappt.

Bis bald !